Allgemeines über Gemeinde Troyan

Geschichte:

Archäologische Ausgrabungen bezeugen, dass das Gebiet der heutigen Stadt Troyan bereits in der Altsteinzeit besiedelt war. Während der Bronzezeit entlang des Flusses Azam (Osam) ließen sich Thraker nieder. Aus dieser Zeit wurden viele Keramik- und Bronzebehälter, Eisenwaffen, Ornamente gefunden.

Die nächste bedeutende Periode in der Entwicklung der Troyaner Region ist die Umwandlung der bulgarischen Länder in eine römische Provinz. Von dieser Periode datieren die Überreste der Römerstraße Via Trayana (2.-5. Jh. N. Chr.), die die Donau und das Ägäische Meer miteinander verbundete, sowie auch die Schutzbauten entlang seiner Länge – die Festung Sostra (auf dem Land des heutigen Dorfes Lometz), die Straßenstationen "Ad Raditses" (Ortschaft „Shamaka“ im Dorf Beli Ossam) und „Montemno“ (Gebiet „Beklemeto“, Troyaner Pass).

Die Straße, die von Imperator Trajan gebaut wurde, versinkt wirklich in Vergessenheit der vergangenen Jahrhunderte, aber die Bewohner des Landes auf beiden Seiten des Berges betraten den troyanischen Pfad, der dem Durchgang der höchsten Balkanpassage – Troyaner Pass – vorangeht.

Im 15. Jahrhundert entstand die Straßensiedlung Troyan am Anfang des Troyaner Passes. Es gibt viele Hypothesen über die Herkunft ihres Namens, die sie zum Namen eines alten slawischen Gottes führten, oder des römischen Kaisers Trajan, der wichtige Bauten auf diesem Land hinterließ.

Zu Beginn der osmanischen Herrschaft siedelten Bulgaren von der Donauebene, sowie auch von den Gebieten Chiprovtsi, Berkovitsa, Razlog und Ochrid. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts blühte das Kunsthandwerk in Troyan auf. Die Töpferei ist führend, wodurch die einzigartige troyanische Keramikschule allmählich entsteht.

Im frühen 19. Jahrhundert wird die damalige dörfliche Gemeinde einige Male Opfer der osmanischen Angriffe. Trotz dieser Tatsache und die Schwierigkeiten, die die türkischen Machthaber machten, bekundet die lokale Bevölkerung einen unverwechselbaren wachen Geist, typisch für die Leute aus dem Gebirge (noch Balkan genannt). So etabliert sich Troyan schnell nicht nur als Handwerkszentrum, sondern auch als lokaler Mittelpunkt für Bildung und Kultur. Nicht zuletzt spielt der Troyaner Kloster „Mariä Himmelfahrt“ die entscheidende Rolle dafür.  Im Jahr 1871 gründet Vasil Levski ein geheimes revolutionäres Komitee im Kloster. Im Jahr 1877, im Höhepunkt des russisch-türkischen Befreiungskriegs wird Troyan von den abtretenden türkischen Truppen in Schutt und Asche gelegen.

In den Jahren nach der Befreiung wirde Troyan eine wohlhabende Balkanstadt. Sie bewahrt und entwickelt nicht nur die Traditionen, die von der Vergangenheit geerbt wurden, aber heute rühmt sie sich eines nationalen Zentrums der Handwerke, der Holz- und Möbelproduktion, der Pharmazie u.a.

 

Geografie: 

Gemeinde Troyan befindet sich  in Nordbulgarien, am Fuße des Balkan-Gebirges (Stara Planina) – 36 km. südlich von Lovech, 160 km. nordöstlich von Sofia, 120 km. nördlich von Plovdiv und etwa 300 km. von der Schwarzmeerküste. Ihre günstige geografische Lage ist eine wichtige Voraussetzung für die gute Verbindung der Gemeinde mit dem Rest des Landes durch Straßen und Eisenbahnlinie. Gemeinde Troyan umfasst eine Stadt – Troyan und 21 Dörfer, wessen Gesamtfläche 893 km² ist. Laut Daten aus der Volkszählung von 2015 beträgt die Einwohnerzahl der Gemeinde knapp über 30 000 Einwohner, wobei etwa 20 000 in der Stadt leben. Etwa 85% der Einwohner bezeichnen sich als Bulgaren, relativ klein sind die türkischen und Roma-Ethnien. Das Klima ist gemäßigt kontinental, mit markantem Einfluss vom Gebirge, Niederschlägen über die durchschnittlichen in Bulgarien und lang anhaltende Schneedecke. Im Winter gibt es ausgezeichnete Bedingungen für Skifahren im Kurort Beklemeto dank des günstigen Wetters und der Skipisten. 

Das Gebiet der Troyan Gemeinde fällt in drei Wassereinzugsgebiete – Fluss Osam (ca. 80% der Gemeinde), Yantra und Vit. Dies, zusammen mit der Verfügbarkeit von heißen Mineralquellen in den Dörfern Shipkovo und Chiflik und der Stausee Sopot, der zum größten Teil in das Gebiet der Gemeinde fällt, schafft günstige Bedingungen nicht nur für die vollständige Erholung, sondern auch für die Ausübung verschiedenartiger Wassersports. 

Auf dem Territorium der Gemeinde gibt es zwei Reservate des Nationalparks des Zentralen Balkans – das Biosphärenreservat Steneto und das Reservat "Kozya Stena" (Ziegewand), das zur Erhaltung des Edelweißes gegründet wurde. Die Vielfalt des Reliefs und der laubabwerfenden Laubbaumarten wie Eiche, Ahorn, Esche, Hainbuche, Pappel und Buche (in den 1500 m Höhe und Nadelwäldern) schaffen günstige Voraussetzungen für die Entwicklung eines reichen Tierlebens wie Rehe, Hirsche, Wildschweine, Bären, wilde Ziegen, Wölfe, über 200 Vogelarten, Insekten und Reptilien. 

Gemeinde Troyan bietet auch wunderbare Möglichkeiten für Kulturtourismus – gut erhaltene architektonisch-ethnographische und historische Stätten, ein Kloster mit nationaler und internationaler Popularität und Kirchen aus der bulgarischen Wiedergeburt, aufbewahrte Volkstraditionen und typische Handwerke, bedeutende Events und Feiertage.

 

Wissenswertes:

  • Troyan ist die Heimatstadt einiger namhaften Bulgaren – des ersten bulgarischen Soziologen Ivan Hadzhijski, des Philosophen Prof. Tsotscho Bojadyhiev, des Karikaturisten Milko Dikov, des Fernsehmoderators Sascho Dikov, der Schauspielerin Anja Pentscheva.
  • Der antike Weg „Via Trajana“ ist die längste Römerstraße. Überreste von ihm sind heutzutage noch zu sehen.
  • Im Jahr 1868 wurde Troyan zur Stadt erkannt.
  • Im Jahr 1871 gründet Vassil Levski das einzige in Bulgarien mönchische Revolutionskomitee im Troyanen Kloster.
  • Im Jahr 1877 wurde Troyan niedergebrannt. Nur zwei Gebäuden stehen den Brand über und sie sind heute noch zu sehen – die Kirche „Heilige Paraskeva Petka“  und der Amtssitz der türkischen Verwalter (Konak genannt). Heutzutage befindet sich da die Exposition „Vayrayhdane“ (Wiedergeburt) des Museums für Handwerke und angewandte Künste, Troyan.
  • Am 05.07.1905 eröffnete das spezialisierte Krankenhaus für aktive Behandlung von Lungenkrankheiten, das damals als Antituberkulose-Sanatorium funktionierte. Es ist das erste das spezialisierte Krankenhaus für Behandlung von Lungenkrankheiten an der Balkanhalbinsel.
  • Im Jahr 1911 wurde die erste Glühbirne in Troyan angemacht und so wird die Stadt die dritte elektrifizierte Stadt in Bulgarien, nach Sofia und Plovdiv.
  • Es gibt einige Stadtpärke in Troyan: Zentralpark, Park bei dem Nationalen Gymnasium für angewandte Künste „Prof. Wenko Kolev“, Park in den Wohnvierteln „Lagat“ und „Mladost“, Park „Kapintscho“
  • In der Gemeinde befinden sich zwei einzigartige für Bulgarien Schulen – das Nationale Gymnasium für angewandte Künste „Prof. Wenko Kolev“ (in Troyan) und die Schule für Bergführer „Vassil Levski“ (im Dorf Tscherni Ossam).
  • 3 Destinationen in der Gemeinde Troyan sind in der touristischen Initiative „100 nationale Sehenswürdigkeiten“ inbegriffen. Das sind das Museum für Handwerke und angewandte Künste in Troyan, das Naturkundemuseum in Tscherni Ossam und der Troyaner Kloster „Mariä Himmelfahrt“ in Oreschak.
  • Im Dorf Oreschak befindet sich die einzige in Bulgarien Nationale Ausstellung für Kunsthandwerke und Kunst.
  • Die Temperatur der Mineralquellen im Region variiert von 18°C bis 57°C und die warmen Mineralpools können auch im Winter genutzt werden.
  • Über 100 Kräuter fügen die Mönche vom Troyaner Kloster in den speziellen Schnaps    hinzu und das genaue Rezept dafür wird geheim gehalten.
  • In der Gemeinde Troyan funktionieren über 300 Betriebe für Möbelherstellung aller Art.
  • Die beste Biathlonbahn in Bulgarien befindet sich im Kurort „Beklemeto“.

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